3. Juni 2014

Zum Thema Sammelbestellungen

Heute mal ein Post der anderen Art. Es geht um ein ernstes Thema: Sammelbestellungen.

Es gibt immer wieder Bloggerinnen, die sich auf diversen Platformen, Foren oder in Gruppen als Sammelbestellerinnen für Lacke aus den USA bzw. außerhalb der EU-Zone anbieten. Um ehrlich zu sein, entgeht mir etwas der Sinn solcher Aktionen, denn je größer das Paket, umso höher das Porto und umso größer die Wahrscheinlichkeit, daß die Lieferung im Zoll landet, wobei das der erste springende Punkt ist.

Bis zu einem Gesamtwert von EUR 29,- ist eine Lieferung nicht abgabepflichtig und wird vom Zoll freigestellt. Alles was über EUR 29,- liegt ist einfuhrumsatzsteuerpflichtig, was bedeutet, daß 19% auf den Warenwert incl. Porto erhoben werden. Ab EUR 150,- werden dann noch zusätzlich 8% Zoll fällig. Ein Rechenbeispiel: bei einer Bestellung mit einem Warenwert von EUR 150,- + EUR 30,- Porto, würden dann insgesamt nochmal EUR 51,34 für Zoll und EUSt anfallen. Der Gesamtbetrag für diese Bestellung würde sich also auf EUR 231,34 belaufen.Wer sich vor Bestellung informieren möchte, findet im Net sog. Zollgebührenrechner.

Erfahrungsgemäß hat man bei Bestellungen in USA/Kanada machmal Glück und kleinere Lieferungen werden vom Zoll nicht kontrolliert und direkt zugestellt, auch wenn sie besagten Wert von EUR 29,- überschreiten. Lieferungen aus Russland oder China z.B. werden so gut wie immer kontrolliert und ab einem Wert von EUR 29,- demzufolge auch besteuert.


Es lohnt sich also nicht immer, sich an riesigen Sammelbestellungen zu beteiligen. Ihr spart Nichts, sondern Ihr zahlt im Zweifelsfalle drauf.

Ganz nebenbei bemerkt, sind selbsternannte Sammelbestellerinnen, die Vorkasse für solche Bestellungen außerhalb der EU-Zone verlangen, in meinen Augen nicht wirklich seriös. Wie kann ich, wenn ich von Person X eine Bestellung über 2 Lacke entgegennehme, vorhersehen, wie hoch die noch anfallenden Gebühren sein werden, zumal wenn ich noch garnicht weiß, was oder wieviel Person Y und Z noch bestellen werden. Desweiteren spielt hier noch der Faktor X in Form des Wechselkurses ein. Gültig ist der Wechselkurs, zu dem die Sammelbestellerin eingekauft hat, bzw. der als Grundlage für ihre Zahlung an den Händler berechnet wurde, wobei der Wechselkurs bei PayPal-Zahlungen immer etwas höher/schlechter ist, als der Ofizielle.

Bitte bedenkt immer: Ihr könnt Eurer Sammelbestellerin immer nur 'vor' den Kopf sehen. Es ist wohl auch schon vorgekommen, daß nur kassiert, aber nie Ware ausgeliefert wurde. Manchen Leuten, auch wenn sie noch so nett scheinen,  geht es nur um den eigenen Vorteil.
Mein Tipp: Bestellt möglichst nur mit Personen, die Ihr gut, am besten sogar persönlich kennt und die sich bereits als vertrauenswürdig erwiesen haben. Das möglichst auch nur in kleinen Gruppen von 2 - 3 Personen, damit die EUR 150,- Freigrenze nicht überschritten wird.


Liebe Grüße,




Kommentare:

  1. Ein Punkt der noch fehlt ist das man auch als Bestellerin gut verarscht werden kann.... Und man dem Geld immer noch hinterherrennt... Aber da bin ich selber schuld! Auch wenn jemand jedes mal bezahlt hat schickt man nicht die Ware vor dem Geldeingang raus.

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    1. Das hast Du vollkommen Recht. Das habe ich wohl vergessen, obwohl ich das Problem selber schon hatte. Ich bin 5 Wochen lang hinter EUR 76,- hergerannt, was dann irgendwann mal darin gipfelte, daß ich eine Email bekam, daß ich mich nicht so anstellen solle, da mein Mann schließlich mehr verdienen würde als sie und daß ich dann halt eben, wenn es unbedingt sein müsste, mein blödes Geld bekommen würde. Sie würde gleich überweisen. 2 Wochen später wars dann da. Das war auch jemand von dem ich dachte, daß ich vertrauen könnte. Deshalb auch der Nachsatz.

      Liebe Grüße,
      Elena

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    2. Haha bei mir handelt es sich in etwa um den gleichen Betrag. Ich werde immer hingehalten, es wäre schon unterwegs, sie ist gerade krank und kann nicht zur Bank.... Ich bin langsam so sauer auf mich selbst, aber sie hatte ja auch jedes mal überwiesen, es dauerte zwar etwas länger aber es kam immer an. Und oft war es das dreifache von jetzt! Deshalb dachte ich mir dabei auch nicht viel.
      Oh man es ärgert mich total außerdem kann ich es jetzt grade sehr gut brauchen!

      Lg :)

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    3. Die Ausrede' krank' ist mir bestens bekannt. Am besten noch 'Krankenhaus' oder 'unheilbar krank'. 'Ich bin im Krankenhaus und kann nicht überweisen' - eine solche Email erhielt ich gestern noch von Einer, die bei mir im Blogsale etwas gekauft hatte. Eigentlich ist mir klar, daß ich die Lacke wieder einstellen kann.
      Ich frag mich aber immer wieder, was sich Leute, die in egal welcher Form - sei es, daß sie die bestellten Sachen nicht bezahlen, oder einfach nur unter dem Vorwand Sammelbestellungen machen zu wollen lediglich kassieren - ich sag mal einfach Andere über den Tisch ziehen, sich dabei denken.

      Liebe Grüße,
      Elena

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  2. Das stimmt schon, dass man nicht in jedem Fall billiger davonkommt, sondern häufig draufzahlt, aber nicht unbedingt nur als Mitbestellerin.

    Ich habe z. B. selbst eine Sammelbestellung organisiert und habe als Organisatorin der Sammelbestellung mehr bezahlt, als wenn ich allein gekauft hätte, weil ich einige Mehrkosten, die angefallen sind, nicht auf die anderen mit abgewälzt habe, sondern selbst trage. Für die anderen ist es in der Tat günstiger geworden, weil der Versand (aus Australien) für einen Lack genau so teuer gewesen wäre wie er jetzt für 10 war.^^

    Ich habe übrigens auch Vorkasse verlangt von den Mitbestellerinnen. Ich lege doch nicht so viel Geld aus, so muss man das auch mal sehen! Was mache ich, wenn die dann hinterher nicht bezahlt und ich hab entweder das Geld verloren oder bleibe auf Lacken sitzen, die ich gar nicht haben wollte, wenn der Anderen dann später einfällt, dass sie die doch nicht mehr haben will, die Lacke aber schon auf dem Weg sind. Das wäre mir viel zu riskant! Ich habe auch gar nicht so viel Geld, dass ich die gesamte Bestellung für alle hätte auslegen können...
    Wir haben uns dann geeinigt, dass wir die anfallenden Gebühren abwarten und dass der Rest dann eben nachbezahlt wird und das war für uns alle unkompliziert und völlig okay.^^
    Wir warten momentan noch auf den zweiten Teil der Lieferung, weil das gesplittet werden musste (hat mit australischen Gesetzen für leichtentflammbare Flüssigkeiten zu tun), aber meine Mitbestellerinnen haben die Trackingnummern bekommen und können ja sehen, wenn bei mir was ankommt. Ich hab das alles so transparent wie möglich gehalten. :)

    Ist wahrscheinlich auch subjektiv, was da für einen okay ist und was nicht und natürlich gibt es bei sowas auch immer Betrüger, aber ich würde nicht sagen, dass das die Mehrheit ist...

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    1. Das ist die Kehrseite der Medaille, daß man dann im Zweifelsfalle auch als Sammelbestellerin nicht nur die ganze Mühe hat, sondern auch noch draufzahlt. Ziemlich verzwickte Sache das Ganze.
      Ich bestelle derzeit mit einer Freundin. Wir sind nur zu Zweit und es klappt Alles wie geschmiert. Da wir das nun seit über einem Jahr so halten, ist auch keine Transparenz mehr nötig. Wenn sie sagt, sie bekommt noch z.B. EUR 12,- für die EUSt, dann ist das auch so und ich frag dann auch nicht nach.
      Das mit dem Vorlegen von größeren Beträgen ist natürlich auch noch so eine Sache und Sammelbestellerin zu sein häufig ein ziemlich undankbarer 'Job'.

      Ich denke mal ich werde da wohl noch einen Teil 2 verfassen müssen. Diesen Post hier habe ich aus aktuellem Anlaß geschrieben, bzw. es geistert grade jemand durchs Netz, der Sammelbestellungen anbietet, dann kassiert, aber garnicht erst bestellt, weshalb ich mal etwas wachrütteln wollte.

      Liebe Grüße,
      Elena

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    2. Joa, mir hat es in diesem Fall jetzt nichts ausgemacht, ich hab ja freiwillig draufgezahlt.^^ Die Sammelbestellung hatte bei uns auch den Hintergrund, dass die Besitzerin der Indiemarke, wo wir bestellt haben, eigentlich nicht ins Ausland verschickt und uns dann ausnahmsweise unsere Lacke doch nach Deutschland geschickt hat, also da wäre einzeln sowieso nicht möglich gewesen.
      Ich kenne das von einem anderen Hobby von mir, dass die Organisatoren von solchen Sammelbestellungen auch häufig noch 10 % Aufpreis kassieren, darum bestelle ich eigentlich immer überall alleine.^^
      Wenn man jemanden in seiner Umgebung hat, mit dem man bestellen kann, ist natürlich optimal. :)

      Solche Betrüger, wie du sie grad genannt hast, finde ich unfassbar dreist!
      dann versteh ich den Hintergrund deines Posts jetzt auch gleich viel besser! ô_ô

      Da hätte ich den Tipp - falls du wirklich nen zweiten Teil schreiben magst - dass man sich bei Leuten, die man nicht näher kennt, die Adresse geben lassen sollte, bevor man Geld überweist. Dann wäre es recht einfach sich über nen Anwalt oder direkt übers gerichtliche Mahnverfahren das Geld wiederzuholen und/oder Anzeige zu erstatten.
      Ansonsten hat man ja immer noch die Kontoverbindung, darüber kann die Polizei sich die Adresse von der Bank holen.^^
      Ich arbeite beim Anwalt und wir haben auch schon öfter Mandanten, die auf Ebay etc. betrogen worden sind, darum kenne ich mich da ganz gut aus, was man da machen kann.^^
      Sorry, falls ich dich mit meiner kurzen Rechtsberatung jetzt gelangweilt habe, ist ne kleine Berufskrankheit... ;D

      Liebe Grüße,
      Shirley

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    3. Ach so, der Zoll berechnet die EUSt und Zollgebühren übrigens in den allermeisten Fällen falsch (=zu viel), da kann Nachrechnen hilfreich sein und ggf. nochmal hinschreiben, denen das vorrechnen und sagen "Ich bekomme jetzt bitte eine Summe X auf folgendes Konto erstattet"...^^

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  3. Sammelbestellungen mach ich wenn dann nur mit meiner Schwester oder Freundinnen und die sind ja auch nicht so mega riesig. Freunden und Geschwistern kann man dann in den Arsch treten wenn sie das Geld nicht rausrücken und man kann bei Ankunft der Bestellung die evtl. anfallenden Zollgebühren nochmals teilen.

    Ich mag sowas auch nicht und verzichte dann lieber auf ein Produkt oder zahl hier in DE auf Kleiderkreisel o.Ä. mehr als mich auf sowas zu verlassen wo ich keinerlei Rückhalt habe. Bei ebay gibts den Käuferschutz, bei Kleiderkreisel das äußert fähige Kommando die einem bei Betrug und Abzocke super helfen aber bei Privatkäufen müsste man jedes mal einen Vertrag aufsetzen.

    Worauf ich mich auch noch einlasse sind "Mitbringsel". Ich hab vor im Herbst nach Polen zu fahren und eine Freundin hat gefragt ob ich ihr ein paar Inglot Sachen mitbringen kann, das ist zwar noch nicht genau geklärt aber hier läuft es einfach so dass ich die Sachen behalte wenn ich den Betrag auslege und kein Geld bekomme [was ich aber nicht glaube] oder sie überweist mir dann das Geld was sie ausgeben möchte/kann vorab.

    LG
    K-ro

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    1. Wie schon erwähnt bestelle ich immer mit einer Freundin. Erstens gibts da keine Probleme mit dem Geld und zweitens bleibt das Ganze doch recht übersichtlich.

      Ansonsten hast Du aber völlig recht, daß normalerweise bei solchen Sammelbestellungen mit - ich nenne es jetzt einfach mal - Netbekanntschaften, normalerweise ein ordentlicher Vertrag aufgesetzt werden müsste. Ist ja nicht so, daß ich noch nie reingefallen wäre und da grade eine Bekannte von mir fast reingefallen ist, musste ich das jetzt hier mal loswerden.

      Liebe Grüße,
      Elena


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  4. ich kann deinen Post nur unterstützen. Obwohl ich mit Freundinnen bestellt habe und das Problem mit dem Geld nicht hatte...
    wir haben zu viert essie Lacke aus den USA bestellt und mussten dann ordentlich nachzahlen. ABER:
    es gab eben Lacke die es hier nicht gab/gibt und wir haben im Endeffekt immer noch 1,60€ pro Lack gespart.
    Das ernenne zum Zoll wars aber nicht wert...

    viele Grüße

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    1. Wie oben schon erwähnt: ich bestelle auch nur mit einer Freundin und es gibt nie Probleme. Meist fließt sowieso kein Geld, da ich dann im Gegenzug unseren Pieper plündere ;o).
      Meine gruseligste Bestellung war mal in Australien. 6 Lacke à 14 AUD + AUD 87,- Porto. Natürlich kam ausgerechnet die in den Zoll. Ich hab mal hinterher durchgerechnet: das waren im Endeffekt ca. EUR 35,- pro Lack + die Rennerei. Hätte ich das gewusst...

      Liebe Grüße,
      Elena

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  5. Ich gebe dir völlig Recht. :) Sehr gut, dass du das mal öffentlich geschrieben hast.

    LG Lotte

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    1. Ja, das musste mal gesagt werden. *hust*

      Liebe Grüße,
      Elena

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  6. Auch ich kann Dir nur zustimmen! :-) Ich bestelle ab und an mal in den USA, dabei versuche ich die Versandkosten immer so niedrig wie möglich zu halten, sonst "lohnt" es sich ja nicht wirklich. Und wenn ich noch mit jemandem gemeinsam bestellen würde, passt das hinten und vorne nicht - ich habe ja selber immer so großen Nagellackbedarf... :-D ;-)

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    1. Bei gewissen Händlern in USA/Kanada sind aufgrund der Portokosten teilweise sogar ehr die kleineren Bestellungen lohnend, da sie dann auch meist durch den Zoll 'fitschen'. Bei Dance Legend packen wir - oder besser, lassen packen - die Pakete bis zum Anschlag, bzw. bis ca. EUR 140,- voll, da wir ja ab 10 Fl. versandkostenfrei sind. EUSt müssen wir sowieso zahlen und den Hals kriegen wir auch nicht voll ;DD - also soviel wie möglich. Alles reine Milchmädchenrechnungen.
      Sag mal, hast Du da etwa ein Zollamt? Ich fürchte das Kreuz hat's Euch gebracht/erhalten. Hier nix. Ab nach Wuppertal.

      Liebe Grüße,
      Elena

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    2. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, ob wir ein Zollamt haben. Ich dachte immer, ich müsste nach Köln. Denn, ich hatte bisher immer Glück, meine Bestellungen sind immer so durch den Zoll geflutscht... ;-D Und in Russland habe ich ja noch nicht bestellt.

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